Tabula Smaragdina (lat.: die smaragdene Tafel). Der legendäre Gott des Wissens, Hermes Trismegistos, soll die Gesetze des Kosmos in eine Tafel aus Smaragd eingraviert haben. Diese Botschaft gilt als Quelle der abendländischen Esoterik.

Tai Chi (auch: Tai chi Chuan oder "Schattenboxen"). Eine Bewegungs-Meditation, die von dem taoistischen Mönch Chang Sanfeng im 13. Jahrhundert n. Chr. in China entwickelt wurde. Tai Chi wird auch zur Selbstverteidigung und Gesundheitsvorsorge verwendet. Es besteht aus langsamen, fliessenden Übungen, wobei der Praktizierende immer in Bewegung und im Gleichgewicht ist. Tai Chi aktiviert den Fluss der Lebensenergie (chin. Chi) und basiert auf der taoistischen Lehre, dass das Harte durch das Sanfte überwunden werden kann. (Siehe auch unter Kampfkunst)

Talisman. Ein Gegenstand, der als Glücksbringer dient oder eine magische Wirkung haben soll.

Tantra (altind.: Gewebe). Eine buddhistische und hinduistische Lehre aus dem 5. Jahrhundert v. chr., die in Texten, den sog. Tantras, niedergelegt ist. Die Anhänger der Bewegung werden "Tantriker" genannt. Sie betrachten die Sinneswahrnehmung und die Emotion als stärkste Triebkraft des Menschen. Im Tantra führt der Weg zur Erleuchtung über die sexuelle Vereinigung von Mann und Frau.

Tantriker. > Tantra.

Tanz. Die berühmte Tänzerin Isadora Duncan bezeichnete den Tanz als "Inkarnation der Musik". Der mystische Sinn und die Heilkraft des Tanzes wird in Ritualen, der Meditation, Magie und Therapie offensichtlich. Rudolf Steiner entwickelte die sog. Eurythmie, eine besondere Form von Tanz mit festen Bewegungsabläufen. Er wies darauf hin, wie wichtig Tanz für die Entwicklung des Kindes ist. Tanztherapeuten wie Trudi Schoop sind der Ansicht, dass Tanz in der Psychotherapie von grossem Nutzen sein kann. Bei den Schamanen wird der Gruppentanz als magisches Ritual verwendet.

Tao. Begriff aus der chinesischen Philosophie und Grundbegriff der Lehre des chinesischen Weisen Lao-Tse. Tao bezeichnet das göttliche Gesetz, dem alles Sein im Kosmos folgt. Es ist die Ursache allen Seins, das sich im Universum in den verschiedensten Formen manifestiert. Laut den taoistischen Lehren (dem Taoismus) ist es aber unmöglich, das wahre Wesen des Tao zu beschreiben.

Taoismus. > Tao.

Tao-te-Ching (das Buch vom Weltgesetz und seinem Wirken). Angeblich von Lao-Tse um 300 v. Chr. verfasstes chinesisches Weisheitsbuch über den Ursprung aller Wesen und allen Seins. (Siehe auch unter Tao).

Tarot. Ein von den Zigeunern stammendes Kartenspiel mit 78 Karten, auf denen verschiedene Symbole abgebildet sind. Die archetypische Symbolik und die Reihenfolge der Karten spiegelt den spirituellen Weg des Menschen bis zu seiner Vollendung wieder. Die Karten sind in zwei Gruppen unterteilt. Die sog. "Grossen Arkana" (Geheimnisse) enthalten 22, die "Kleinen Arkana" 56 Karten. Die grossen Arkana versinnbildlichen die Begegnung des Menschen mit der göttlichen oder spirituellen Dimension, die kleinen Arkana die Stufen der irdischen Entwicklung. Tarot-Karten werden als Orakel zur Zukunftsdeutung verwendet. Die Bedeutung der verschiedenen Arten, das Tarot zu legen, reicht aber viel weiter. In der Esoterik werden die Tarot-Karten auch dazu benutzt, sich Klarheit über eine Situation oder Problematik zu verschaffen. Früher sollen die Symbole der Tarot-Karten eine wichtige Rolle bei der Einweihung gespielt haben.

Teilhard de Chardin (1881-1955). Jesuitenpriester und Wissenschaftler, der die Evolution als Bewusstseinsentwicklung interpretierte. De Chardin geht von einem Weltbild aus, nach dem es die sog. "Biosphäre", den Bereich des beseelten Lebens, und die sog. "Noosphäre" gibt, der Bereich des Bewusstseins, der die Erde mit seiner spirituellen Energie umhüllt. Er schuf den Begriff des "Superorganismus". Dieser ist eine Vision vom Menschen, der aus der spirituellen Energie schöpft und damit das Überleben der Erde und seiner Bewohner gewährleisten könnte. Teilhard de Chardin lebte 20 Jahre lang in China und später in Amerika. Die Kirche bezeichnete seine Lehren als Ketzerei. In der Esoterik gelten sie jedoch als eine wichtige Quelle der Inspiration.

Telekinese. Begriff aus der Parapsychologie. Telekinese ist ein physikalisches Phänomen, bei dem sich Gegenstände ohne erklärbare Einwirkung von aussen bewegen, in der Luft schweben oder herumgewirbelt werden. (Siehe auch unter Poltergeist, Psychokinese und Spuk.)

Telepathie (auch: "Gedankenlesen" oder "Gedankenübertragung"). Eine Form der aussersinnlichen Wahrnehmung. Telepathie ist die Fähigkeit, Gedanken zu lesen. Das Phänomen der Telepathie tritt spontan auf. Häufig haben Menschen, die sich sehr nahe stehen, eine telepathische Verbindung. Auch bei Zwillingen findet man häufig eine telepathische Begabung.

Thanatologie (griech.: thanatos = Tod; auch: "Sterbeforschung"). Forschungsgebiet, das sich mit sog. Nahtod-Erlebnissen befasst. Dabei werden die Berichte von reanimierten klinisch Toten analysiert und ausgewertet.

Theosophie (griech.: Gottesweisheit). Von dem Medium Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891) begründete Lehre, die Einsichten in die Ursprünge, die Natur und die Bestimmung des Menschen vermitteln will. Madame Blavatsky bereiste 20 Jahre lang den Osten und gründete 1875 gemeinsam mit Colonel Olcott in Madras, Indien, die "Theosophische Gesellschaft". Gemäss der Theosophie ist der Mensch ein spirituelles Wesen, das über mediale Fähigkeiten verfügt. Auch die Reinkarnation ist ein wesentlicher Bestandteil der theosophischen Lehre. Die Theosophen glauben, dass die Menschen von spirituellen Meistern geführt werden, die auf einer höheren Bewusstseinsebene wirken. Mit Hilfe der Theosophie soll der Kontakt zu diesen Meistern ermöglicht werden, so dass man mit ihnen zusammenarbeiten kann. (Siehe auch unter Krishnamurti.)

Therapeutic Touch (engl.: therapeutische Berührung.) Von Dolores Krieger entwickelte Heilmethode, bei der die Hände als eine Art Wünschelrute benutzt werden. Auf diese Weise sollen Störfelder im Körper diagnostiziert und die Energie wieder in Harmonie gebracht werden. Die Methode bewirkt eine Tiefenentspannung, lindert Schmerzen und fördert den Heilungsprozess.

Tibetanische Medizin. Die tibetanische Medizin verbindet die Ayurveda-Medizin mit dem Buddhismus und der Bon-Religion, einer nordasiatischen Form des Schamanismus. Die indische Stadt Dharamsala, in der auch der 1959 aus Tibet geflohene Dalai Lama lebt, ist heute ein Zentrum der tibetischen Medizin. In der tibetischen Medizin wird Krankheit als ein Fehlen der Harmonie betrachtet, wobei es keine Grenzen zwischen körperlichen, geistigen und psychische Krankheiten gibt. Krankheit ist nach dieser Lehre eine Folge einer falschen geistigen Einstellung.

Tiefenentspannung. Ein Zustand, in dem man alle begrifflichen Vorstellungen von Körper und Geist loslässt und sich dem natürlichen Fluss der Lebensenergie hingibt.

Tierkreiszeichen (umgangssprachl. auch: "Sternzeichen"). Die scheinbare Bahn der Sonne am Sternenhimmel wird in der Astrologie in zwölf Sektoren unterteilt. Diese tragen den Namen eines Sternbildes, das sich in der Anfangszeit der Astrologie in dem betreffenden Sektor befand. Jedem Tierkreiszeichen werden bestimmte Eigenschaften und ein besonderes Potential zugeschrieben. Die Tierkreiszeichen sind ein wesentlicher Bestandteil des Horoskops und der astrologischen Charakteranalyse. Die zwölf Tierkreiszeichen der westlichen Astrologie sind: Widder, Stier, Zwillinge, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Auch die chinesische Astrologie verwendet Tierkreiszeichen. Diese sind: Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Hahn, Hund und Eber.

Totenbuch. Ein Werk, das den Weg der Seele nach dem physischen Tod beschreibt. Das Totenbuch wird neben dem Verstorbenen gelesen, um ihn auf seiner Reise ins Jenseits zu begleiten und ihn dort vor Verirrungen zu schützen. Bekannt sind das Tibetanische Totenbuch (Bardo Thödol) und das Ägyptische Totenbuch.

Touch For Health (dtsch. soviel wie: "heilsame Berührung"). Eine Form der Angewandten Kinesiologie, die in der Chiropraktik verwendet wird. Ursprünglich wurde die Methode von dem Amerikaner John Thie entwickelt.

Tragering (auch: Trager-Massage oder Trager Psychophysical Integration). Von dem amerikanischen Arzt, ehemaligen Boxer und Akrobaten Milton Trager (geb. 1908) entwickelte Massage. Bei den Trager-Massagen werden rhythmische und rollende Bewegungen verwendet, um die Nervenenden zu stimulieren. Trager erfand auch eine spezielle Entspannungsmeditation, die "Hook-Up" heisst.

Trance. Ein veränderter Bewusstseinszustand, der durch Hypnose, Singen, Tanz, trommeln oder spezielle Entspannungstechniken herbeigeführt werden kann. Im Trance-Zustand wird die Aufmerksamkeit der Sinne weitgehend von der Aussenwelt abgezogen und nach innen gelenkt. Medien verwenden die Trance, um mit dem Jenseits und anderen Wesenheiten Kontakt aufzunehmen. Bei den Schamanen dient die Trance ebenfalls als Mittel, um mit den Geistern in Verbindung zu kommen. In vielen Trance-Kulten wie dem Voodoo auf Haiti gilt die Trance als Voraussetzung für eine Besessenheit durch Geister oder Götter.

Trance-Therapie. Von dem Brasilianer D. Akstein entwickelte Methode zur Herbeiführung der Trance mit Hilfe von Trommeln und Musik.

Transaktions-Analyse (kurz: "TA"). In den fünfziger Jahren von dem Psychologen Eric Berne (1920-1970) entwickelte psychotherapeutische Methode. Die Transaktions-Analyse befasst sich mit der Grundeinstellung der Persönlichkeit und dem daraus resultierenden Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Berne unterteilte die Persönlichkeit in Erwachsenen-Ich, Eltern-Ich und Kindheits-Ich. Er beschrieb vier grundlegende Lebenseinstellungen: 1. Ich bin o.k. - du bist o.k. 2. Ich bin o.k. - du bist nicht o.k. 3. Ich bin nicht o.k. - du bist o.k. 4. Ich bin nicht o.k. - du bist nicht o.k. Dieses sog. "Lebensskript" wurde laut Berne in der Kindheit entwickelt. Die Transaktions-Analyse, die wegen ihrer guten Verständlichkeit ein breites Publikum fand, wird in vielen Gruppentherapien mit einbezogen.

Transformation (lat.: Umwandlung). Modewort aus dem New-Age. Es bedeutet den Wandel, der im neuen Zeitalter auf allen Ebenen stattfinden soll.

Transkommunikation. Im Spiritismus und beim Channeling der Kontakt mit Geistern und überirdischen Wesen. Bei der Transkommunikation äussern sich Geistwesen über materielle Prozesse wie Tisch- und Glasrücken, als Stimmen auf Tonband, im Radio oder am Telefon (Transaudio), im Fernsehen oder auf Video (Transvideo) oder über Computer (Transtext).

Transpersonale Psychologie (lat.: die Person überschreitend). Psychologische Richtung, die sich aus der humanistischen Psychologie (siehe unter Maslow, Abraham) entwickelte. Die Transpersonale Psychologie bezieht auch die Erfahrungsbereiche der menschlichen Psyche mit ein, mit denen sich die Esoterik auseinandersetzt. Daher befasst sie sich mit den transzendenten Bedürfnissen des Menschen im Zusammenhang mit seiner Selbstverwirklichung. C.G. Jung wird als Vater der Transpersonalen Psychologie betrachtet. Ein weiterer Pionier auf diesem Gebiet war Roberto Assagioli mit seinen Theorien über die Psychosynthese. Die Transpersonale Psychologie gewinnt im Weltbild des New-Age immer mehr an Bedeutung. Im Jargon des New Age wird die Transpersonale Psychologie daher oft auch als "spirituelle" oder "transzendentale" Psychologie bezeichnet.

transzendent (lat.: überschreitend, darüber hinausgehend). Alle Bereiche, die über die dreidimensionale, raum-zeitlich gebundene und mit den normalen Sinnen erfahrbare Realität hinausgehen.

Transzendentale Meditation (kurz: "TM"). Eine von dem Inder Maharishi Mahesh Yogi speziell für den Westen entwickelte Meditation. In dieser Technik werden die Elemente der östlichen Meditation mit den Erkenntnissen der westlichen Psychologie kombiniert. Bei der TM, die täglich 20 Minuten lang praktiziert wird, wiederholt der Meditierende ständig dasselbe Mantra. Dieses Mantra ist ein Wort, das für ihn keine Bedeutung hat und keine Assoziationen in ihm hervorruft. Durch die TM sollen die beiden Gehirnhälften in Harmonie gebracht und die Kreativität gesteigert werden. Maharishi Mahesh Yogi gestattete Wissenschaftlern, die positiven Begleiterscheinungen seiner Meditationsmethode zu erforschen. Auf diese Weise konnte nachgewiesen werden, dass Meditation eine heilsame Wirkung auf den gesamten Organismus hat. In der TM-Bewegung wird eine weitere Meditationstechnik geübt, die sog. Siddhi-Meditation. Siddhis sind paranormale Kräfte, die spirituell hoch entwickelte Menschen besitzen. Bei der Siddhi-Meditation soll der Meditierende die Fähigkeit der Levitation (d.h. des freien Schwebens) erlernen. Maharishi Mahesh Yogi setzte sich auch für die Verbreitung der Ayurveda-Medizin ein. In Noida nördlich von New Delhi gründete er ein Zentrum für Ayurveda-Medizin.

Transzendente Funktion. Von dem Tiefenpsychologen C.G. Jung geprägter Begriff für das ausgleichende "Dritte", das in Form eines Symbols oder einer neuen Perspektive aus dem Unbewussten aufsteigt, nachdem die in Konflikt miteinander stehenden Gegensätze bewusst gemacht worden sind.

Traum. Träume liegen im Grenzbereich der wissenschaftlichen Erklärbarkeit. In vielen Kulturen, z.B. bei den Schamanen, spielen Träume eine wichtige Rolle. Im Westen beschäftigte sich als erster der Psychiater Sigmund Freud mit der Traumdeutung als dem Weg ins Unterbewusstsein. Freud sah Träume als Botschafter der Vergangenheit. C.G. Jung ging noch weiter und fand in der Traumarbeit ein enormes Potential, das nicht nur dem persönlichen sondern auch dem kollektiven Unbewussten entspringt. Andere Kulturen beschäftigen sich mit dem tieferen Inhalt der Träume und nutzen sie für ihren Alltag, wie zum Beispiel der Stamm der Senoi in Malaysia. Die Psychologin Patricia Garfield besuchte die Senoi und erforschte deren Methode, mit Träumen zu arbeiten. Sie fand heraus, dass das friedliche und geordnete Leben diese Volkes darauf basiert, dass die Senoi durch die Traumarbeit mit bestimmten Techniken ihre Ängste und Probleme bewältigen lernen. Auch einige moderne Therapieformen verwenden ähnliche Methoden. Eine besondere Form des bewussten Träumens stellen die sog. Klarträume dar. (Siehe unter Luzidität.) Auch ausserkörperliche Erfahrungen sind im Traum möglich, wie z.B. Astralreisen. Es gibt auch Fälle von Präkognition im Traum. Dabei wird in einem sog. Wahrtraum ein Ereignis vorhergesehen, das später tatsächlich eintritt.